GRIND DOGS im Interview

Wie geht es euch?
Moin. Uns geht es insgesamt super. Natürlich gibt es immer mal ein paar Herausforderungen.
Viele berufliche Termine sorgen manchmal für etwas Stress, aber das kennt bestimmt jeder.

Könnt ihr euch mal bitte vorstellen?
Wir sind André (Schlagzeug), Martin (Bass, Backings) und Tim (Gitarre, Vocals) und machen seit 2014 gemeinsam Mucke.

In welcher Stadt wohnt ihr?
Rostock

Wofür ist eure Stadt bekannt?
Rostock ist die größte Stadt in MV und liegt direkt an der schönen Ostsee. Viele kennen
Rostock möglicherweise auch durch die jährlich stattfindende Hanse Sail.

Wie ist die Metal Scene in eurer Stadt?
Die Metal-Szene ist zwar insgesamt nicht riesig, aber dennoch fester Bestandteil der
Kulturszene in Rostock. Es gibt üblicherweise regelmäßig Konzerte, bei denen sowohl lokale
Bands als auch große Bands von außerhalb auftreten. Manchmal gibt es aber auch Phasen, in
denen nicht so viel läuft. Es fehlen dabei teilweise auch Auftrittsmöglichkeiten. Die
Kulturszene müsste in der Hinsicht eventuell auch einfach mehr gefördert werden.

Geht ihr zu Hause auch auf Konzerte?
Auf jeden Fall! Es gibt viele geile lokale bzw. regionale Bands, die wir gerne sehen. Gerade
innerhalb der Rostocker Metal Szene kennt man sich. Von daher ist ein gegenseitiger Support
immer schön und wichtig. Wie bereits erwähnt, spielen aber auch große Bands in Rostocker
Clubs. Wenn Kreator, Soulfly oder Hardcore Bands wie Madball oder Hatebreed bei uns vor
der Haustür spielen, sind wir definitiv am Start.

Hast du ein bestimmten Ort in Hamburg, den du besonders magst?
Einen bestimmten Ort vielleicht nicht. Aber wir lieben Konzerte in der Großen Freiheit oder im Grünspan. Sind einfach coole Locations.

Wie verbringst du die Zeit auf Tour?
Auf Tour waren wir noch nicht. Wir hatten bisher hauptsächlich einzelne Konzerte.

Hast du Zeit für Hobbies und wenn ja welche?
Na klar! Musik ist für uns das wichtigste Hobby. Wir machen teilweise aber auch Kampfsport oder Kraftsport, fahren Motorrad oder lesen. Auch Familienausflüge gehören dazu. Es gibt jedenfalls genügend Möglichkeiten, um einen Ausgleich zu finden und das Leben zu genießen.

Welche Bands haben dich musikalisch beeinflusst?
So einige… Ich (Tim) bin mittlerweile musikalisch total offen. Meine Wurzeln liegen im Metalgenre. Dennoch habe ich mich in den letzten Jahren mit den unterschiedlichsten Stilen intensiv beschäftigt. Wenn ich mich jetzt aber wirklich nur auf GRIND DOGS beziehe, dann könnte ich viele Bands aus dem Death und Thrash Metal oder Hardcore aufzählen – darunter
Grave, At The Gates, Cannibal Corpse, Arch Enemy, Kreator, Metallica, Agnostic Front, Walls of Jericho und Sick of it all… Für die Anfänge von GRIND DOGS müsste man vielleicht aber auch Bands wie Napalm Death oder Venomous Concept erwähnen.

Hast du ein Lieblingssong auf euer letzten CD?
Wir haben bisher nur die EP „Industrial Slavery“ und die Single „Resist“ veröffentlicht.
Letztere finden wir mega, da wir unter anderen mit dem Sound extrem zufrieden sind. Diese haben wir im Studio aufgenommen. Die EP hatten wir damals selbst im Proberaum aufgenommen. Ein Lieblingssong von uns ist „Dispose of Refuse“.

Welche Themen verarbeitet ihr am liebsten in euren Songs?
Wir behandeln hauptsächlich reale Themen, die uns am Herzen liegen. Dazu gehören Themen wie Umweltverschmutzung oder Tierleid, Gesellschaftskritik, aber auch Horrorszenarien und Darstellungen von Albträumen.

Wie viel eigene Erfahrung steckt in euren Songs?

In den meisten Songs steckt weniger eigene Erfahrung – vielmehr eigene Betroffenheit von Themen, die uns nicht kalt lassen. Entsprechend hört ihr nicht nur unsere Meinung, sondern auch den Ausdruck unserer Emotionen in den Songs. Es gibt aber auch vereinzelt Songs, in denen sehr viel eigene Erfahrung steckt, wenn beispielsweise selbst erlebte Träume verarbeitet werden.

Welche Erwartungen habt ihr von eure neuen CD?
Dieses Jahr nehmen wir endlich unser erstes komplettes Album auf. Die Erwartungen sind sehr hoch. Wir werden an einem fetten Sound arbeiten und mit den Songs, die wir geschrieben haben, unsere Vielfältigkeit zeigen.
Was hat dich veranlasst Musik ernsthaft an zu gehen? Ist die Band dein Beruf?
Insgesamt ist die Band ein Hobby für uns. Musik ist aber schon immer für jeden von uns fester Bestandteil unseres Lebens. Wir wollten nicht nur Musik hören – sondern auch selbst musikalisch aktiv sein. Ansonsten arbeiten wir alle im handwerklichen oder sozialen Bereich.
Musik im Allgemeinen betreibe ich (Tim) dank eines Musikstudiums professionell und ist für mich auch Teil des Jobs.

Was bedeutet für dich eure Musik?
Wenn wir zusammen Mucke machen, vergessen wir den Alltag. Wir haben Spaß und können vielleicht auch mal unseren Frust verarbeiten. Es gibt einige Lieder, die uns selbst auf eine tiefere Ebene berühren und auch mal Gänsehaut hervorbringen, weil wir sie wirklich fühlen.

Was würdest du machen wenn du kein Musiker wärst?
Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sein Leben verbringen könnte. Egal wie – ohne Musik wären wir wahrscheinlich nicht so sehr erfüllt. Das Musizieren kann schon etwas Magisches an sich haben. Das würde uns schon fehlen.

Wie bist du zu deinem Instrument gekommen?
Martin: Als Kind habe ich mit Gitarre angefangen. Später wechselte ich aber durch André zum Bass.
Tim: Mein Vater (à Martin) hat mir sehr früh die ersten Akkorde auf der Gitarre gezeigt. Ich habe mich sofort in dieses Instrument verliebt und bekam kurze Zeit später auch schon Gitarrenunterricht an einer Musikschule.
Was ist das Besondere an deinem Instrument Zur Gitarre: Es ist einfach so vielfältig. Ich kann damit so gut wie jede Musikrichtung bedienen
– von Jazz, Blues, Klassik bis hin zum Metal oder sogar experimenteller Musik ist alles möglich. Die verschiedensten Spieltechniken machen das Instrument nie langweilig. Es gibt außerdem, dank eines riesigen Angebotes an Amps und Pedals, gefühlt endlose Möglichkeiten an Soundeinstellungen.


Erzähle uns von deiner schönsten und deiner schlechtesten Erfahrung auf der Bühne
Eine der schönsten Erfahrungen ist es, wenn die Leute sichtlich Spaß haben, sich die Energie überträgt, der Pit geöffnet wird und die Sau rausgelassen wird.
Übel ist es, wenn die Veranstalter oder Tontechniker voll sind und nicht mehr in der Lage sind, ihren Job professionell auszuführen…

Was würdest du verändern, wenn du was im Musikbusiness zu sagen hast ?
Das Geld sollten vor allem die Leute bekommen, die die Musik machen. Es kann nicht sein, dass wir Musiker so wenig wertgeschätzt werden. Vor allem kleine Bands werden teilweise dermaßen ausgebeutet, dass sie manchmal ein Minusgeschäft mit ihrer Kunst machen. Wie in vielen Bereichen sehen einige Leute scheinbar nur das Produkt und denken sich „Wow, für eine Stunde Mucke machen so viel Geld“. Sie erkennen aber nicht den Vorbereitungsaufwand, sehen nicht das investierte Geld für das Equipment und die Zeit, die in den Proben steckt. Das soll nicht heißen, dass wir mit unserer Band auf Profit aus sind. Ein übler Beigeschmack bleibt aber, wenn wir unser privat angespartes Geld für die Produktion von Merch nutzen müssen, weil einfach nicht genügend in der Bandkasse ist.

Wie siehst du eure Musik in 10 Jahren ?
Unsere Musik soll qualitativ hochwertig sein und vielfältig bleiben. Die Grundlage soll nach wie vor Death Metal sein. Wir lieben es aber, wenn Einflüsse aus anderen Genres zu hören sind.

Was Bands hört du privat?
Diese Liste wäre zu lange. Ich verweise einfach mal auf die oben genannten Bands und würde vielleicht noch Sepultura, Soulfly, Slayer, Anthrax, Dismember und Motörhead als wichtige Bands ergänzen. Wir hören aber auch Bands aus ganz anderen Musikrichtungen. Dazu zählen
beispielsweise Bad Religion, Alice in Chains oder Pink Floyd.

Seit ihr nochNervös vor der Show?
Eine gesunde Aufregung und Vorfreude gehören immer dazu.

Möchtest du unseren Zuhörern etwas sagen
?
Klaro. Wir wünschen uns sehr, dass unsere Gesellschaft – das Miteinander unter den aktuellen Umständen und politischen Entwicklungen nicht zerbricht. Lasst euch nicht von fanatischen, gewaltbereiten, politischen Organisationen oder Parteien blenden und verführen. Seid gerne offen für Unbekanntes und respektiert die Individualität jedes Menschen

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