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STEEL PANTHER Interview 2026

Steel Panther im Interview

Frage: Bitte stellt euch unseren Radiohörern kurz vor.

Michael Starr: Ich bin Michael Starr, der Leadsänger von Steel Panther.

Stix Zadinia: Und ich bin Stix Zadinia, Schlagzeuger von Steel Panther.

Die Geschichte von Steel Panther

Frage: Erzählt bitte etwas über die Geschichte von Steel Panther. Wann habt ihr die Band gegründet?

Michael Starr: Die Anfänge liegen schon lange zurück und die Erinnerungen daran sind etwas verschwommen. Ich glaube, es war Mitte oder Ende der 1980er Jahre, wahrscheinlich 1987. Damals lernte ich Satchel kennen und wir begannen gemeinsam Musik zu machen und Songs zu schreiben. So nahm die Geschichte von Steel Panther ihren Anfang.

Der neue Bassist Spider

Frage: Ihr habt einen neuen Bassisten.

Michael Starr: Ja, unser neuer Bassist heißt Spider. Und er ist größer als ich

Frage: Wie seid ihr auf ihn gekommen?

Stix Zadinia: Das war eine lustige Geschichte. Ich arbeitete damals als DJ in einem Stripclub. Michael und Satchel schrieben Songs, während Spider zu dieser Zeit Gebrauchtwagen verkaufte. Über verschiedene Umwege kamen wir miteinander in Kontakt. Als wir einen Bassisten suchten, passte Spider perfekt zur Band. So entstand schließlich unsere Zusammenarbeit.

Frage: Stimmt es, dass ihr zunächst Zweifel hattet, weil Spider nicht so gut aussah wie euer vorheriger Bassist?

Michael Starr: Nein, das wurde von den Medien verdreht. Tatsächlich fand ich es gut, dass Spider weniger Wert auf sein Aussehen legt. Das ließ mich automatisch besser aussehen.

Stix Zadinia: Lexxi war natürlich sehr attraktiv.

Michael Starr: Und ich gehe davon aus, dass er es heute noch ist. Ich habe ihn allerdings schon lange nicht mehr gesehen.

Die Single „Mother Day“

Frage: „Mother Day“ ist eure aktuelle Single. Erzählt uns etwas über den Song.

Michael Starr: Mit zunehmendem Alter haben wir festgestellt, dass viele unserer Fans inzwischen Eltern geworden sind. Deshalb wollten wir einen Song schreiben, der sich auf humorvolle Weise an Mütter richtet. Für uns war das eine unterhaltsame Idee und ein weiteres typisches Steel-Panther-Thema.

Stix Zadinia: Den Song haben wir während unserer US-Tour in Nashville aufgenommen. Einige Tage später drehten wir das Video dazu und veröffentlichten es etwa einen Monat danach.

Das neue Album

Frage: Wann erscheint das nächste Album?

Michael Starr: Das ist tatsächlich eine kleine Neuigkeit. Nach aktuellem Stand soll das Album im Frühjahr 2027 erscheinen. Das genaue Veröffentlichungsdatum steht noch nicht fest.

Stix Zadinia: Die offizielle Ankündigung soll allerdings bereits früher erfolgen. Außerdem planen wir, schon vorher mehrere Singles zu veröffentlichen, damit die Fans nach und nach neues Material hören können.

Michael Starr: Das Album ist nahezu fertig. Insgesamt haben wir 15 Songs aufgenommen, einschließlich „Mother Day“. Die letzten Stücke werden derzeit noch gemischt. Wenn wir wieder zu Hause sind, hören wir uns alle finalen Versionen an. Vielleicht schreiben wir sogar noch weitere Songs.

Zu Besuch in Hamburg

Frage: Ihr seid heute in Hamburg. Hattet ihr Zeit, euch etwas umzusehen?

Michael Starr: Ja. Ich war in der Innenstadt am Hauptbahnhof unterwegs, habe einen Kaffee getrunken und das Treiben in der Stadt beobachtet. Danach brauchte ich allerdings eine kurze Pause, weil mein Magen auf den Kaffee nicht besonders gut reagiert hat. Jetzt bin ich wieder fit für die Show.

Erste Kontakte mit Heavy Metal

Frage: Wann bist du zum ersten Mal mit Heavy Metal in Berührung gekommen?

Michael Starr: Meine ersten musikalischen Berührungspunkte waren Deep Purple. Danach kamen Black Sabbath, die Scorpions, Ratt, Van Halen, Bon Jovi, Dokken, Cinderella und W.A.S.P. Diese Bands haben mich nachhaltig geprägt.

meistens nur die Datenträger ohne Hüllen. Darunter befinden sich auch viele selbst zusammengestellte Mixe.

Die kommenden Monate

Frage: Welche Pläne habt ihr für den Rest des Jahres? Seid ihr noch länger in Europa unterwegs?

Michael Starr: Ja, wir werden weitere Headliner-Konzerte sowie einige Festivalauftritte spielen. Danach geht es zurück in die USA, wo wir die Arbeit am neuen Album abschließen. Wir beschäftigen uns noch mit dem Albumtitel, dem Artwork und der Auswahl der Singles. Außerdem wird es einen Gastmusiker auf dem Album geben, dessen Namen wir allerdings noch nicht verraten möchten.

Stix Zadinia: In den kommenden Monaten wird es dazu weitere Informationen geben. Wir freuen uns schon darauf, alles offiziell anzukündigen.

Mögliche Namensänderung

Frage: Gibt es sonst noch Neuigkeiten?

Michael Starr: Es könnte sein, dass ich in Zukunft unter einem anderen Namen auftrete. Im Moment ist das noch nicht endgültig entschieden. Es gibt einige rechtliche und organisatorische Gründe, die wir zunächst klären müssen. Deshalb möchte ich momentan noch nicht näher darauf eingehen.

Stix Zadinia: Falls es tatsächlich zu einer Änderung kommt, werden wir das rechtzeitig bekanntgeben. Wahrscheinlich wird das rund um die Veröffentlichung des neuen Albums geschehen.

Abschließende Worte an die Fans

Frage: Möchtet ihr unseren Hörern noch etwas mit auf den Weg geben?

Michael Starr: Vielen Dank fürs Zuhören. Unterstützt die Sender, die Rock und Metal spielen, und bleibt Steel Panther treu.

Stix Zadinia: Hört weiter gute Musik und habt Spaß dabei.

Michael Starr: Unser neues Album erscheint im nächsten Jahr. Wir freuen uns darauf, euch schon bald neue Songs präsentieren zu können.

Senderansage

Michael Starr: „Hier ist Michael Starr von Steel Panther. Ihr hört Mosh My Bang.“

Stix Zadinia: „Hier ist Stix Zadinia von Steel Panther. Bleibt dran und hört Mosh MA Bang.“

BAD LOVERZ in Bremen 2025

Interviewer:
Seid ihr schon bereit für die Bühne oder steckt ihr noch mitten in den Vorbereitungen?

Maverick Boom:
Tatsächlich haben wir den ganzen Tag an neuen Musikvideos gearbeitet. Deshalb laufen wir bereits seit Stunden in unseren Bühnenoutfits herum und werden später einfach die Garderobe wechseln. Hat aber auch seine Vorteile. Für ein Interview sieht man so wenigstens einigermaßen geschniegelt aus.

Interviewer:
Auf wen warten wir eigentlich noch?

Maverick Boom:
Auf unseren Social-Media-Mann. Der stößt gleich noch dazu. Aber bis dahin können wir ja schon loslegen.

Interviewer:
Wie geht es euch denn?

Maverick Boom:
Uns geht es hervorragend. Bremen ist eine wunderschöne Stadt. Außerdem bin ich der Einzige in der Band, der überhaupt Deutsch spricht. Das macht solche Interviews deutlich einfacher. Wobei ich zugeben muss: Je mehr deutsches Bier ich trinke, desto besser wird mein Deutsch.

Venice Steel:
Ich habe versucht zu verstehen, was er gerade gesagt hat. Hat nicht funktioniert. Vielleicht sollte ich künftig andere Getränke probieren.

Interviewer:
Dann stellt euch doch einmal kurz vor.

Maverick Boom:
Wir sind die Bad Lovers. Ich bin Maverick Boom. Wie mein Name bereits vermuten lässt, bin ich natürlich der Intellektuelle der Band und sitze am Schlagzeug. Neben mir sitzt Venice Steel persönlich. Ehrlich gesagt bin ich sogar ein wenig stolz darauf, dass du um diese Uhrzeit bereits wach bist.

Venice Steel:
Wir haben schließlich ein Radiointerview. Das letzte Radiointerview, das ich gegeben habe, dürfte irgendwann in den Achtzigern gewesen sein. Was mir sofort aufgefallen ist: Die Mikrofone sind heute viel kleiner. Das hier ist das kleinste Mikrofon, das ich jemals vor mir hatte.

Interviewer:
Macht dich das nervös?

Venice Steel:
Eigentlich nicht. Aber dieses winzige Mikrofon verunsichert mich ein wenig. Ich komme mit kleinen Dingen einfach nicht gut zurecht.

Maverick Boom:
Technische Schwierigkeiten.

Venice Steel:
Ich bevorzuge große Flaschen, große Bühnen und große Gesten.

Interviewer:
Wie war eure Anreise nach Bremen?

Maverick Boom:
Sehr entspannt. Als Rockstars aus Los Angeles sind wir es schließlich gewohnt, standesgemäß chauffiert zu werden. Unser luxuriöser Tourbus bringt uns überall hin. Innen ist selbstverständlich alles mit rosafarbenem Plüsch ausgekleidet. Die Crew versorgt uns rund um die Uhr mit Getränken und kleinen Snacks. Genau so, wie man sich das Rockstar-Leben vorstellt.

Venice Steel:
Davon wusste ich nichts. Mir hat niemand etwas gebracht. Was ist denn aus den guten alten Achtzigern geworden? Damals hat sich schließlich noch jeder um den Sänger gekümmert.

Interviewer:
Wie seid ihr damals, vor mehr als 40 Jahren, eigentlich zu den Bad Lovers geworden? Wie hat sich die Band gegründet?

Maverick Boom:
Das kann Venice vermutlich am besten erzählen.

Venice Steel:
Es war eine schicksalhafte Nacht. Wir standen an einer Straßenkreuzung irgendwo in Los Angeles und trafen dort einen Musiker. Er sprach davon, den Rock’n’Roll in die Welt zu tragen. Also spielten wir gemeinsam Musik und merkten schnell, dass die Chemie stimmte. Am Ende sagte er zu uns: „Ihr könnt großartig spielen, aber bei den Frauen habt ihr keine Chance.“ Und genau deshalb wurden wir die Bad Lovers.

Maverick Boom:
Wir waren vermutlich die einzige Glamrock-Band der Achtziger, die mehr Zeit mit Musik als mit Liebesgeschichten verbracht hat.

Venice Steel:
Absolut. Wir waren praktisch straight edge.

Maverick Boom:
Naja, zumindest fast. Während andere Bands auf Alkohol und Drogen verzichteten,

hatten wir eher Schwierigkeiten mit dem anderen Teil des Rockstar-Lebens. Unser Bassist Raindrop Lee galt damals ohnehin als Sonderfall. Aber darüber sprechen wir lieber nicht weiter.

Interviewer:
Und wie ging es danach weiter?

Maverick Boom:
Ganz ehrlich? Keiner von uns weiß noch genau, wie wir uns kennengelernt haben. Wir waren damals irgendwo am Sunset Strip unterwegs und haben vermutlich etwas zu intensiv gefeiert. Der Rest ist Geschichte. Oder besser gesagt: Er wäre Geschichte, wenn sich noch jemand daran erinnern könnte.

Venice Steel:
Irgendwann wachten wir in einem merkwürdigen Fahrzeug mit Flügeltüren auf. Mehr weiß ich nicht mehr.

Maverick Boom:
Genau. Plötzlich waren wir wieder da. In den Achtzigern haben wir in Los Angeles Hallen und Clubs gefüllt und galten als der heißeste Geheimtipp der Szene. Dann verschwanden wir auf einmal von der Bildfläche. Statt weiter zu touren, schrieben wir Songs für andere Künstler. Viele Jahrzehnte lang haben wir Hits produziert, die später weltbekannt wurden.

Interviewer:
Ihr behauptet also, einige der größten Hits der vergangenen Jahrzehnte stammen ursprünglich von euch?

Maverick Boom:
Selbstverständlich. Heute Abend werden wir einige davon spielen. Egal, was andere Künstler behaupten, eigentlich waren es immer unsere Ideen.

Venice Steel:
Währenddessen war ich auf Weltreise. Ich habe alles ausprobiert, was angeblich den Geist erweitert. Als ich zurückkam, hatte die Band bereits zahlreiche großartige Songs geschrieben. Leider verbrachte ich anschließend sehr viel Zeit in Reha-Einrichtungen.

Maverick Boom:
Sehr viel Zeit.

Venice Steel:
Sagen wir einfach: Es hat etwas länger gedauert.

Interviewer:
Welche Bedeutung hat Glamrock heute noch für euch? Viele Menschen kennen dieses Genre kaum noch.

Maverick Boom:
Da würde ich widersprechen. Glamrock kennt jeder, auch wenn es viele nicht bewusst wahrnehmen. In nahezu jedem großartigen Song steckt ein Stück Glamrock. Ob Rock, Pop, Hip-Hop oder Techno, die Idee dahinter lebt überall weiter. Glamrock ist keine Musikrichtung, sondern eine Haltung.

Venice Steel:
Genau. Immer wenn jemand zum ersten Mal eine Sonnenbrille aufsetzt, sich verkleidet oder vor dem Spiegel eine andere Version seiner selbst ausprobiert, steckt darin schon ein bisschen Glamrock.

Maverick Boom:
Am Ende ist Glamrock nichts anderes als die Freude daran, größer zu sein als das normale Leben. Deshalb wird Glamrock nie verschwinden. Er taucht nur immer wieder in neuen Formen auf.

Interviewer:
Es gibt Gerüchte, dass ihr in den vergangenen 40 Jahren Teil geheimer Experimente und Langzeitstudien gewesen seid. Was ist an diesen Geschichten dran?

Maverick Boom:
Wenn die Experimente geheim waren, kann ich darüber natürlich nicht sprechen. Was ich verraten kann: Wir haben die vergangenen Jahrzehnte genutzt, um im Hintergrund zu arbeiten. Während andere Künstler auf der Bühne standen, haben wir Songs geschrieben. Viele Songs. Einige davon werdet ihr heute Abend hören, bei anderen müssen wir weiterhin Stillschweigen bewahren.

Venice Steel:
Aber wenn du wissen willst, warum wir nach all den Jahren immer noch so fantastisch aussehen, dann könnte das tatsächlich etwas mit Experimenten zu tun haben. Sehr vielen Experimenten.

Maverick Boom:
Wobei man fairerweise sagen muss, dass unser Bassist Raindrop Lee wohl den größten Teil dieser Versuche abbekommen hat. Niemand weiß genau, was damals passiert ist. Seitdem spricht er deutlich weniger als früher, spielt dafür aber besser denn je.

Interviewer:
Eines Tages wart ihr plötzlich verschwunden. Was haben eure Familien und Freunde gesagt, als ihr nach Jahrzehnten wieder aufgetaucht seid?

Venice Steel:
Ich bin mit Rock'n'Roll verheiratet. Das ist meine einzige feste Beziehung.

Maverick Boom:
Außerdem haben wir über die Jahre so viele Familien auf der ganzen Welt gegründet, dass es schwierig wäre, den Überblick zu behalten.

Venice Steel:
Sagen wir einfach: Wir haben überall Spuren hinterlassen.

Maverick Boom:
Ich bin vermutlich mitverantwortlich dafür, dass einige europäische Dörfer nicht ausgestorben sind. Und über den sogenannten Bible Belt in den USA sprechen wir lieber erst gar nicht.

Venice Steel:
fragst du dich manchmal, warum manche Länder so viele Einwohner haben?

Maverick Boom:
lasst uns einfach sagen: Venice war viel unterwegs.

Interviewer:
Aktuell sind auf den Streaming-Plattformen erst zwei Songs von euch verfügbar. Weitere Veröffentlichungen sind aber geplant, oder?

Venice Steel:
Natürlich. Aber man darf den Menschen nicht zu viel auf einmal zumuten.

Maverick Boom:
Genau. Die Streaming-Dienste behandeln uns wie eine seltene Delikatesse. Man bekommt immer nur kleine Portionen. Erst kam The Look, dann Hangover. Der Rest folgt nach und nach.

Venice Steel:
Die Welt ist einfach noch nicht bereit für die volle Ladung Bad Lovers.

Maverick Boom:
Stell dir vor, wir hätten gleich ein komplettes Album veröffentlicht. Das hätte möglicherweise das Gleichgewicht des Universums gefährdet.

Venice Steel:
Und vermutlich auch die Zahl der Vaterschaftsklagen erhöht.

Interviewer:
Wie seid ihr damals eigentlich zum Songwriting für andere Künstler gekommen? Sind die Musiker direkt auf euch zugekommen?

Maverick Boom:
Über Details dürfen wir leider nicht sprechen. Die Verträge der Achtzigerjahre waren kompliziert. Sehr kompliziert. Deshalb halten wir uns bis heute an bestimmte Vereinbarungen.

Venice Steel:
Früher konnte ich solche Geheimnisse nie für mich behalten. Ich wollte immer erzählen, welche Songs wir geschrieben haben und für wen. Irgendwann traf ich allerdings jemanden, der mir beigebracht hat, etwas diskreter zu sein.

Maverick Boom:
Oder du hast es einfach vergessen.

Venice Steel:
Das ist ebenfalls möglich.

Interviewer:
Die Antwort „Daran kann ich mich nicht erinnern“ scheint jedenfalls erstaunlich beliebt zu sein.

Maverick Boom:
Nicht nur im Musikgeschäft. Auch in vielen anderen Branchen hat sich diese Strategie über die Jahre bewährt.

Venice Steel:
Und manchmal ist sie sogar die ehrlichste Antwort.

Interviewer:
In eurer Band kommen zwei Instrumente vor, von denen wahrscheinlich nicht jeder schon einmal gehört hat: die Hurdy-Gurdy und der Thunder Sack. Was hat es damit auf sich?

Maverick Boom:
Die Hurdy-Gurdy ist ein ganz besonderes Instrument. Genau genommen stammt sie aus der Zukunft. Wir haben sie damals mitgebracht, als wir mit unserem Zeitreise-Fahrzeug unterwegs waren. Eigentlich beschreibt ihr Name schon perfekt den Klang: Hurdy-Gurdy. So hört es sich an, wenn man damit die Grenzen von Raum und Zeit durchbricht.

Venice Steel:
Vor allem darf man sie nicht zu schnell spielen. Das ist gefährlich.

Interviewer:
Gefährlich?

Venice Steel:
Sehr gefährlich. Wenn die Hurdy-Gurdy zu schnell gedreht wird, beschleunigt sich die Erdrotation. Das sollte man nicht unterschätzen.

Maverick Boom:
Wir hatten dieses Jahr bereits zweimal beinahe einen Polsprung, weil jemand das Instrument etwas zu enthusiastisch gespielt hat. Seitdem sind wir vorsichtiger.

Interviewer:
Und was ist mit dem Thunder Sack?

Maverick Boom:
Der Thunder Sack ist Malcolm Silvers legendäres Instrument. Unsere Freunde von Saltatio Mortis beweisen in ihrer Radiosendung regelmäßig, dass nahezu jeder Rocksong noch besser wird, wenn ein Dudelsack mitspielt. Die eigentliche Frage ist allerdings: Von wem haben sie diese Idee?

Venice Steel:
Von uns natürlich.

Maverick Boom:
Exakt. Wir haben den Thunder Sack schon eingesetzt, bevor andere überhaupt wussten, was damit möglich ist. Ohne Thunder Sack hat man vielleicht einen guten Song. Mit Thunder Sack hat man einen Hit.

Venice Steel:
Wir gehen außerdem gemeinsam mit Saltatio Mortis auf Tour. Dann werden wir sehen, ob sie den Dudelsack mittlerweile wirklich richtig beherrschen.

Maverick Boom:
Wir haben gehört, dass sie gar nicht schlecht sind.

Interviewer:
Ihr wollt auf der Tour also besser sein als Saltatio Mortis?

Venice Steel:
Es gibt nichts, was besser ist als die Bad Lovers.

Maverick Boom:
Moment. So einfach ist das nicht. In der Musik gibt es kein objektives "besser" oder "schlechter". Musik gefällt einem oder sie gefällt einem nicht. Jeder Mensch hört etwas anderes in einem Song.

Venice Steel:
Haben die dich für diese Antwort bezahlt?

Maverick Boom:
Nein. Aber ich meine das ernst. Kunst lässt sich nicht in Ranglisten einteilen. Trotzdem werden wir natürlich alles daransetzen, dem Publikum einen unvergesslichen Abend zu liefern.

Interviewer:
Welche Musik hört ihr eigentlich selbst? Läuft bei euch eher Spotify, CD oder noch die klassische Musikkassette?

Venice Steel:
Musikkassetten. Definitiv. Ich habe meinen alten Walkman aus den Achtzigern immer noch dabei. Wenn ich unterwegs bin, höre ich vor allem Def Leppard. Das gehört einfach dazu.

Maverick Boom:
Im Tourbus läuft bei Venice außerdem regelmäßig die Best-of-Sammlung von Don Johnson. Damals aus den "Miami Vice"-Zeiten.

Venice Steel:
Natürlich. Und die Soundtracks von Das A-Team und Airwolf. Das war großartig. Außerdem höre ich vor jedem Konzert das Thema von Baywatch. Das bringt mich sofort in die richtige Stimmung.

Maverick Boom:
Bei mir läuft zu Hause rund um die Uhr das Titelthema von ALF. Egal in welchen Raum ich gehe, irgendwo läuft immer die Musik von ALF. Sonst nichts.

Interviewer:
Das ist beeindruckende Konsequenz.

Maverick Boom:
Jeder Künstler braucht schließlich seine Inspiration. Manche hören Beethoven. Ich höre ALF. So hat jeder seine Methoden.

Interviewer:
Du bist also oft mit deinem Walkman unterwegs. Was machst du eigentlich, wenn unterwegs ein Bandsalat entsteht?

Venice Steel:
Das Problem habe ich nicht. Mein Walkman ist ein magisches Gerät. Er läuft seit Jahrzehnten zuverlässig und hat mich noch nie im Stich gelassen. Bandsalat gehört für mich eher in die Kategorie Legenden und Schauermärchen.

Maverick Boom:
Ganz so einfach würde ich es mir nicht machen. Jeder, der mit Musikkassetten aufgewachsen ist, kennt die klassische Notfallausrüstung: einen Bleistift. Damit konnte man fast jedes Problem lösen. Und wenn es wirklich schlimm wurde, brauchte man zusätzlich etwas Klebeband, eine Schere und eine Menge Geduld.

Interviewer:
Mit welchen bekannten Bands seid ihr damals eigentlich unterwegs gewesen?

Maverick Boom:
Wir kannten praktisch alle. Viele Bands, die später weltberühmt wurden, sind uns auf Tour begegnet. Manche haben wir sogar unterstützt, sei es mit Songs, Tipps oder gemeinsamen Auftritten.

Interviewer:
Gibt es Beispiele?

Maverick Boom:
Natürlich. Heute Abend spielen wir unter anderem einen Song einer damals noch jungen und aufstrebenden Band. Vielleicht hast du schon einmal von ihnen gehört: Bon Jovi.

Venice Steel:
Die Jungs aus New Jersey.

Maverick Boom:
Genau die. Sie waren talentiert, ehrgeizig und haben sich unglaublich angestrengt. Damals standen sie noch am Anfang ihrer Karriere und haben bei einigen Gelegenheiten vor uns gespielt.

Venice Steel:
Der Sänger hatte allerdings anfangs eine ganz andere Vorstellung davon, wie er klingen wollte.

Maverick Boom:
Stimmt. Er orientierte sich eher an den tiefen Stimmen der alten Helden. Venice hat ihm dann gezeigt, wie man die hohen Töne richtig trifft. Danach lief es plötzlich erstaunlich gut.

Venice Steel:
Man könnte sagen, wir haben ein wenig Starthilfe geleistet.

Interviewer:
Seid ihr heute noch nervös, bevor ihr auf die Bühne geht?

Maverick Boom:
Absolut. Ein gewisses Maß an Nervosität gehört für mich immer dazu. Allerdings bin ich weniger wegen des Publikums nervös, sondern eher wegen unserer Show. Ich weiß nie genau, wann die nächste Explosion oder der nächste Überraschungseffekt kommt.

Interviewer:
Das klingt beruhigend.

Maverick Boom:
Nicht unbedingt. Einige Musiker haben im Laufe der Jahre auf der Bühne durchaus spektakuläre Erfahrungen gemacht. Wer den Film This Is Spinal Tap kennt, versteht ungefähr, wovon ich rede.

Venice Steel:
Ich erinnere mich ehrlich gesagt nicht daran, ob ich nervös bin.

Maverick Boom:
Das überrascht jetzt niemanden.

Venice Steel:
Ich lebe im Moment. Gestern ist vorbei, morgen existiert noch nicht und deshalb beschäftige ich mich meistens nur mit dem Hier und Jetzt.

Maverick Boom:
Das erklärt einiges. Wobei man sagen muss, dass viele Rocksänger der Achtzigerjahre eine ähnliche Philosophie verfolgt haben.

Venice Steel:
Wahrscheinlich. Ich habe nur vergessen, welche.

Interviewer:
Wie fühlt ihr euch eigentlich direkt nach einer Show?

Venice Steel:
Das hängt davon ab, woran ich mich später noch erinnern kann.

Maverick Boom:
Die ersten Minuten nach einem Konzert sind immer großartig. Man kommt von der Bühne, das Adrenalin ist noch da und überall herrscht Chaos. Danach verschwimmen die Erinnerungen manchmal etwas.

Venice Steel:
Sagen wir einfach: Der Anfang ist meistens sehr klar. Über den Rest gibt es unterschiedliche Versionen der Geschichte.

Interviewer:
Zum Abschluss möchte ich natürlich noch zwei Songs von euch spielen. Könnt ihr die für unsere Hörerinnen und Hörer ankündigen?

Maverick Boom:
Sehr gerne. Hier ist Maverick Boom von den Bad Lovers. Ihr hört Radio Zusa und jetzt kommt der Song, mit dem für uns alles begann:„The Look“.

Venice Steel:
Und ich bin Venice Steel von den Bad Lovers. Vielen Dank fürs Zuhören. Hier kommt der perfekte Soundtrack für jede fragwürdige Entscheidung des Lebens:„Hangover“.

Interviewer:
Perfekt. Vielen Dank für das Gespräch!

Maverick Boom:
Sehr gern.

Venice Steel:
Jederzeit. 🚀

BENEDICTION Interview in Hamburg 2025

Benediction im Interview mit Darren Brookes (Gitarre)

Frage: Stell dich bitte kurz vor.

Darren Brookes: Ich bin Darren Brookes von Benediction und spiele Gitarre.

Frage: Wie geht es dir?

Darren: Sehr gut. Heute ist der erste Tag unserer Tour und ich freue mich wirklich darauf. Es ist schon lange her, dass wir mit einem Tourbus unterwegs waren. Das wird definitiv Spaß machen.

Frage: Hattet ihr heute Gelegenheit, das schöne Wetter zu genießen?

Darren: Leider kaum. Wir sind bereits um 2:15 Uhr morgens aufgestanden, um unseren Flug zu erwischen. Danach ging es über Frankfurt nach Hamburg. Den größten Teil des Tages haben wir auf Flughäfen verbracht. Aber was ich bisher gesehen habe, gefällt mir sehr. Hamburg wirkt wunderschön.

Frage: Wie lange habt ihr am aktuellen Album gearbeitet?

Darren: Das lässt sich schwer beziffern. Wir sammeln ständig neue Riffs und Ideen. Über die Jahre entsteht so ein großes Archiv. Wenn wir ein neues Album schreiben, schickt Rui mir seine Ideen, ich ergänze meine eigenen und daraus entsteht Schritt für Schritt das Grundgerüst der Songs. Anschließend geht alles an Dave, der den Feinschliff übernimmt.

Deshalb gibt es keinen festen Zeitraum für das Songwriting. Tatsächlich habe ich bereits jetzt genug Material und Ideen für ein weiteres Album gesammelt.

Frage: Hältst du diese Ideen in einem Notizbuch fest?

Darren: Nein, alles ist digital gespeichert. Auf meinem Computer habe ich unzählige Riffs abgelegt. Ich vergebe ihnen kleine Arbeitstitel, damit ich sie später wiedererkenne. Außerdem notiere ich Tempo und Stimmung des Riffs. Das hilft mir, passende Ideen miteinander zu kombinieren.

Früher war das deutlich komplizierter. Damals stellte man ein Mikrofon in den Proberaum und nahm alles auf Kassette auf. Wegen der Lautstärke konnte man später oft kaum erkennen, was gespielt wurde. Die heutige Methode ist wesentlich praktischer.

Frage: Wie bist du zur Gitarre gekommen?

Darren: Schon als Kind wollte ich Gitarrist werden. Als Jugendlicher sah ich Bands wie Judas Priest live und dachte mir: Genau das möchte ich machen.

Meine Mutter hat mir schließlich mit 14 Jahren zu Weihnachten eine Gitarre und einen Verstärker gekauft. Sie fragte mich damals: „Warum möchtest du eine Gitarre? Du kannst doch gar nicht spielen.“ Meine Antwort war: „Dann lerne ich es eben.“

Danach verbrachte ich unzählige Stunden in meinem Zimmer und übte. Anfangs klang es furchtbar, aber mit der Zeit wurde ich besser. Manche behaupten heute noch, ich würde nur Lärm machen. Das stört mich allerdings nicht.

Frage: Wer schreibt die Texte bei Benediction?

Darren: Ausschließlich Dave. Er schreibt sämtliche Lyrics der Band.

Frage: Welche Themen behandelt das aktuelle Album?

Darren: Viele Ideen stammen aus Daves Begeisterung für Science Fiction, Horror und düstere Geschichten. Für die genauen Hintergründe sollte aber besser Dave selbst antworten.

Dave Ingram übernimmt:

Frage: Kannst du uns etwas über die Themen des Albums erzählen?

Dave Ingram: Ein Beispiel ist „Beyond the Veil of the Grey Mare“. Der Song basiert auf einer alten walisischen Tradition namens „Wassailing“. Während der Arbeit an den Texten habe ich herausgefunden, dass ein Teil meiner Vorfahren aus Wales stammt. Diese kulturellen Wurzeln wollte ich in die Texte einfließen lassen, allerdings in einer deutlich düstereren Form.

„Genesis Chamber“ beschäftigt sich mit moralischen Fragestellungen. Andere Songs wie „Ravage of Empires“, „Neverwhen“ und „Engines of War“ stehen thematisch miteinander in Verbindung.

Und dann gibt es noch „Crawling Over Corpses“. Das ist unsere ganz eigene Interpretation eines Liebesliedes.

Frage: Ein Liebeslied?

Dave: Ja, allerdings über einen Serienmörder, der seine Opfer liebt. Nicht gerade eine klassische Liebesgeschichte.

Frage: Denkt ihr schon über das nächste Album nach?

Dave: Definitiv. Tatsächlich werde ich direkt nach dieser Tour mit dem Schreiben neuer Texte beginnen. Wir haben immer noch viele unveröffentlichte Ideen. Zwischen zwei Alben sollten aus meiner Sicht nicht mehr als zwei Jahre liegen.

Darren: Da stimme ich zu. Fünf Jahre sind definitiv zu lang. Zum Glück verfügen wir bereits über genug Material, um bald mit den Arbeiten am nächsten Album zu beginnen. Benediction erfindet sich nicht ständig neu. Wir bleiben unserem Stil treu und entwickeln unsere Musik kontinuierlich weiter.

Vinyl oder CD?

Frage: Bevorzugst du CDs oder Vinyl?

Darren: Ganz klar Vinyl. Früher bin ich nach der Schule in den Plattenladen gegangen, habe mir ein neues Album gekauft und auf dem Heimweg das Cover, die Danksagungen und die Songtexte studiert. Zu Hause wurde die Platte aufgelegt und bewusst von Anfang bis Ende gehört.

Diese Erfahrung fehlt heute oft. Viele hören nur wenige Sekunden eines Songs und springen direkt weiter. Für mich gehört das intensive Erleben eines Albums untrennbar zur Musik dazu. Deshalb sammle und höre ich bis heute am liebsten Vinyl.

Das Cover des aktuellen Albums

Frage: Wer hat das Artwork des aktuellen Albums gestaltet?

Darren: Simon Harris von Wolven Claws Artwork. Er spielte bereits 1992 bei einer Tour mit Bolt Thrower zeitweise Bass für uns. Später verloren wir den Kontakt, bis wir uns vor einigen Jahren zufällig wiedertrafen.

Damals erzählte er mir, dass er inzwischen als Künstler arbeitet. Ich bat ihn, mir einige seiner Werke zu zeigen, und war sofort beeindruckt. Seine Arbeiten waren außergewöhnlich. Deshalb arbeiteten wir bereits beim Album Scriptures mit ihm zusammen.

Da das Ergebnis hervorragend war, war schnell klar, dass er auch das Artwork für das aktuelle Album gestalten würde. Mit dem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden.

Tourstart in Deutschland

Frage: Eure Tour beginnt heute in Hamburg. Mit welchen Gefühlen startet ihr in die Deutschland-Tour?

Darren: Ich liebe Deutschland. Neben Großbritannien ist Deutschland einer unserer wichtigsten Märkte. Für mich gehört Deutschland seit Jahrzehnten zum Zentrum der Metal-Szene.

Natürlich gibt es weltweit leidenschaftliche Fans, aber die Begeisterung für Metal ist hier besonders tief verwurzelt. Deshalb spiele ich jederzeit gerne in Deutschland.

Was deutsche Fans besonders macht

Frage: Was zeichnet deutsche Metal-Fans aus?

Darren: Sie leben diese Musik wirklich. Für viele ist Metal keine vorübergehende Phase oder ein Trend, sondern ein fester Bestandteil ihres Lebens.

Man sieht Fans aller Generationen, die ihre Leidenschaft seit Jahrzehnten leben. Diese Authentizität und Loyalität gegenüber der Musik beeindrucken mich immer wieder.

Der letzte Albumkauf

Frage: Welches Album hast du zuletzt gekauft?

Darren: Das aktuelle Album von Judas Priest. Ich höre es ständig und halte es für ein großartiges Werk. Davor habe ich allerdings lange keine neuen Alben gekauft. Das liegt weniger am Interesse als daran, dass ich oft auf meine bestehende Sammlung zurückgreife.

Veränderungen in der Metal-Szene

Frage: Was hat sich in den letzten zehn bis zwanzig Jahren in der Metal-Szene verändert?

Darren: Besonders im Death Metal beobachte ich eine starke Entwicklung hin zu mehr Geschwindigkeit, technischer Perfektion und immer extremeren Spielweisen.

Meiner Meinung nach ist dabei teilweise die Bedeutung des eigentlichen Songwritings in den Hintergrund geraten. Viele Bands konzentrieren sich darauf, möglichst schnell oder komplex zu sein. Ich selbst bevorzuge weiterhin den traditionellen Ansatz, bei dem starke Songs im Mittelpunkt stehen.

Bands wie Entombed oder Massacre haben gezeigt, dass Groove, Atmosphäre und eingängige Strukturen oft wirkungsvoller sind als reine technische Höchstleistungen. Vieles ist heutzutage schlicht zu kompliziert geworden.

Alte Klassiker oder moderne Bands?

Frage: Hörst du lieber klassische Metal-Alben oder moderne Veröffentlichungen?

Darren: Ganz klar die Klassiker. Motörhead, Saxon, Judas Priest, Accept, Michael Schenker und viele andere prägen bis heute meinen Musikgeschmack.

Außerdem höre ich gerne Pink Floyd. Diese Musik ist perfekt, um zu entspannen und abzuschalten. In meiner Plattensammlung findet man überwiegend klassischen Heavy Metal. Das wird sich wahrscheinlich auch nicht mehr ändern.

Frage: Verfolgst du noch viele neue Bands?

Darren: Nicht besonders viele. Ich bin ein echter Old-School-Fan und bleibe meistens bei den Bands, die mich seit Jahrzehnten begleiten.

Fußball statt Musik

Frage: Welches Thema beschäftigt dich aktuell persönlich am meisten?

Darren: Ganz klar Fußball. Genauer gesagt der FC Liverpool. Ich verfolge die Mannschaft intensiv und hoffe, dass wir die englische Meisterschaft gewinnen. Das nimmt momentan einen großen Teil meiner Aufmerksamkeit ein.

Zeit für jedes Spiel?

Frage: Hast du überhaupt genug Zeit, um alle Spiele zu verfolgen?

Darren: Zum Glück ja. Beruflich arbeite ich für Sky TV und betreue Kameras bei den Spielen in Anfield. Dadurch kann ich die Partien direkt im Stadion verfolgen.

Der Job hat allerdings auch seine Herausforderungen. Ich muss bereits vor den Zuschauern im Stadion sein und bleibe dort, bis alle Fans das Gelände verlassen haben. Das bedeutet oft viele Stunden auf demselben Platz. Trotzdem ist es großartig, Liverpool regelmäßig live erleben zu können.

Leben in Liverpool?

Frage: Wohnst du eigentlich in Liverpool?

Darren: Nein, ich lebe in Birmingham, etwa anderthalb Stunden entfernt.

Liverpool-Fan bin ich allerdings schon seit meiner Kindheit. Der Grund war erstaunlich simpel: Als Kind hatte ich ein rotes Fußballtrikot und spielte beim Kicken auf der Straße immer Liverpool gegen andere Mannschaften. Später erfuhr ich, dass Liverpool tatsächlich ein erfolgreicher Verein ist, und seitdem bin ich dem Club treu geblieben.

Die Metal-Szene in Birmingham

Frage: Birmingham gilt als eine der Geburtsstätten des Heavy Metal. Wie beurteilst du die heutige Szene dort?

Darren: Eigentlich müsste Birmingham eine der stärksten Metal-Szenen überhaupt haben. Schließlich stammen Bands wie Black Sabbath und Judas Priest aus dieser Region.

Leider ist die Szene heute kleiner, als sie sein könnte. Es gibt einige gute lokale Bands, aber zu wenige Rockkneipen, Clubs und Treffpunkte für die Szene. Für eine Stadt dieser Größe und mit dieser Geschichte ist das schade.

Birmingham gilt als Heimat des Heavy Metal. Deshalb würde ich mir wünschen, dass die lokale Szene stärker unterstützt wird und wieder sichtbarer wird

Fit für die Bühne

Frage: Bei einer energiegeladenen Show braucht man Kondition. Wie hältst du dich für die Bühne fit?

Darren: Meine Antwort wird vermutlich niemanden überraschen: viel Bier.

Natürlich ist das nicht unbedingt der ideale Trainingsplan, aber so lautet zumindest meine Geschichte. lacht

Zum Abschluss

Frage: Das war's auch schon. Vielen Dank für das Gespräch.

Darren: Sehr gerne. Es war mir eine Freude. Vielen Dank für das Interview, und wir sehen uns später bei der Show.

Frage: Nach dem Auftritt würde ich gerne noch ein paar Fotos machen.

Darren: Kein Problem, sehr gerne. Bis später und vielen Dank.


ANNISOKAY auf dem Summer Breeze 2025 (komplette Band)

Wie geht es euch?

Antwort:

Uns geht es super. Es war ein verrückter Tag. Wir sind zwar etwas erschöpft, aber rundum zufrieden. Ein intensiver Tag, der unheimlich viel Spaß gemacht hat.

Heute habt ihr auf der Mainstage gespielt. Wie war das für euch? Beschreibt mal das Gefühl, auf dieser großen Bühne zu stehen und das Publikum anzufeuern.

Antwort:

Das ist tatsächlich schwer zu beschreiben. Es klingt immer nach einer Standardantwort, aber genauso ist es. Vor der Show ist man komplett auf sich selbst fokussiert. Man achtet darauf, dass technisch alles funktioniert, die Stimme mitspielt und man die bestmögliche Performance abliefert.

Etwa zur Hälfte des Sets habe ich mir bewusst einen Moment genommen, um das Ganze zu genießen. Wir investieren seit vielen Jahren unglaublich viel Zeit, Energie und Leidenschaft in diese Band. In solchen Augenblicken wird einem bewusst, was eigentlich gerade passiert: Tausende Menschen feiern gemeinsam die Musik, die wir erschaffen haben. Das ist ein großartiges Gefühl.

Konntest du den Moment genießen?

Antwort:

Ja, zumindest für einen kurzen Augenblick.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Technik ausgefallen ist, habe ich jeden Moment genossen. Aber ganz ehrlich: Ich denke, das war eine unserer besten Shows überhaupt. Mainstage beim Summer Breeze ist sowohl für das Publikum als auch für die Bands ein unglaubliches Erlebnis. Wir würden jederzeit wiederkommen, am liebsten natürlich als Headliner.

Ich mache seit vielen Jahren Radiosendungen und habe eure ersten beiden Alben damals noch zugeschickt bekommen. Heute steht ihr auf der Mainstage. Wie nehmt ihr diese Entwicklung wahr?

Antwort:

Man nimmt das oft gar nicht richtig wahr, wenn man selbst mittendrin steckt. Man ist so nah am Geschehen, dass man den Blick für die tatsächliche Größe verliert.

Manchmal schaue ich bei Spotify auf die Hörerzahlen und frage mich: Wer ist all diese Menschen? Wo kommen sie her und wann sind sie dazugekommen?

Erst bei besonderen Momenten, wie heute hier beim Summer Breeze, wird einem das bewusst. Wenn man auf die Bühne tritt und sieht, dass die Menschenmenge bis zum Horizont reicht, merkt man, was man gemeinsam aufgebaut hat. Im Alltag lässt sich die eigene Reichweite dagegen nur schwer einschätzen.

Ich sehe das ähnlich. Man vergleicht sich ständig mit anderen Bands und meistens mit denen, die noch größer sind. Dadurch hat man oft das Gefühl, noch nicht dort angekommen zu sein, wo man hinmöchte.

Es gibt aber immer wieder Momente, die einem vor Augen führen, wie viele Menschen unsere Musik mittlerweile erreicht. Wenn man über das Festivalgelände läuft und ständig erkannt wird, fühlt sich das schon etwas surreal an.

Letztlich machen wir die Musik aber nicht deshalb. Wir machen sie, weil wir sie lieben und weil sie uns Spaß macht. Dass so viele Menschen daran teilhaben wollen, ist ein großartiger Nebeneffekt.

Ist Annisokay inzwischen euer Hauptberuf?

Antwort:

Nein, das können wir ganz offen sagen. Es ist sehr schwer, allein von einer Band zu leben.

Das bedeutet nicht, dass die Band keinen Umsatz macht. Die Herausforderung liegt vielmehr darin, dass die Kosten in den vergangenen Jahren massiv gestiegen sind. Corona, Inflation und steigende Produktionskosten haben ihre Spuren hinterlassen.

Wir investieren die Einnahmen direkt in die Weiterentwicklung der Band. Größere Produktionen, LED-Walls, eine größere Crew und bessere Shows kosten viel Geld. Im Moment reicht es, um diese Entwicklung voranzutreiben, aber nicht, um davon den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Euer aktuelles Album heißt „Aurora“?

Antwort:

Fast. Das letzte Album hieß „Aurora“. Danach haben wir die beiden EPs „Abyss Part I“ und „Abyss Part II“ veröffentlicht.

Wir arbeiten derzeit daran, beide EPs in einem Gesamtwerk zusammenzuführen. Dazu wird es noch einen dritten Teil geben, der alles miteinander verbindet.

Zum Zeitpunkt dieses Interviews könnte diese Ankündigung bereits öffentlich sein.

Gibt es ein bestimmtes Thema, das sich durch eure Songs zieht?

Antwort:

Nicht direkt. Bei 15 Songs auf einem Album wäre es schwierig, sich nur auf ein Thema zu beschränken.

Welche Themen behandelt ihr dann?

Antwort:

Im Mittelpunkt stehen oft die Menschen selbst, ihre Beziehungen zueinander und die Herausforderungen des Zusammenlebens.

Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit persönlichen Konflikten, inneren Kämpfen und den Schwierigkeiten, mit denen jeder Mensch irgendwann konfrontiert wird.

Im Kern geht es um Emotionen, Menschlichkeit und das Leben selbst. Das Spektrum ist breit, aber meistens bewegt es sich in einer eher düsteren und nachdenklichen Atmosphäre, die gut zu uns passt.

Habt ihr bei Festivals Zeit, andere Bands anzuschauen?

Antwort:

Das ist tatsächlich schwierig. Oft kollidieren die Spielzeiten oder man hat selbst Auftritte, Interviews und andere Termine.

Rudi und Silas schaffen es meist noch am ehesten, sich andere Bands anzusehen.

Wenn es eine Band gibt, die uns besonders interessiert, versuchen wir natürlich vorbeizuschauen. Aber in der Praxis funktioniert das seltener als man denkt.

Wir haben diesen Sommer viele Festivals gespielt und ich habe genau eine Band gesehen, die ich unbedingt sehen wollte. Mehr war nicht drin. Das ist zwar schade, gehört aber dazu.

Hinzu kommt, dass sich die Zeitpläne oft überschneiden. Nicht selten kommt man genau dann bei einer Bühne an, wenn nur noch die letzten zwei Songs laufen. Trotzdem versuchen wir immer, möglichst viel mitzunehmen.

Welche Bands haben euch musikalisch beeinflusst?

Antwort:

Eine Band möchte ich besonders hervorheben: Within Temptation.

Während der Arbeiten an „Aurora“ habe ich die aktuellen Veröffentlichungen der Band intensiv gehört. Kurz darauf kamen sie auf uns zu und signalisierten, dass ihnen unsere Musik gefällt. Daraus ergab sich schließlich eine Zusammenarbeit.

Dass Sharon inzwischen sogar Annisokay-Fan ist, fühlt sich für uns immer noch etwas surreal an.

Darüber hinaus haben uns viele Bands geprägt. Bei mir begann das mit Nu Metal und Bands wie Limp Bizkit, Korn und Slipknot.

Bei mir waren es ebenfalls einige Nu-Metal-Bands. Heute höre ich privat deutlich weniger harte Musik. Wenn es doch etwas Härteres sein soll, geht es eher in die Hardcore-Richtung, beispielsweise Knocked Loose oder Kublai Khan.

Während meiner Jugend waren vor allem amerikanische Metalcore-Bands wie A Day To Remember prägend.

Bei mir spielen vor allem Sänger eine wichtige Rolle. Besonders For The Fallen Dreams haben mich stark beeinflusst. Ich bin seit dem ersten Album großer Fan. Ansonsten höre ich sehr unterschiedliche Musik, von härteren Sachen bis hin zu den Klassikern der 80er-Jahre.

Und ich halte hier die Emo-Fahne hoch. Bands wie Adept, Motionless In White, Bring Me The Horizon oder Bad Omens haben mich stark geprägt. Das merkt man oft auch bei unseren Diskussionen über Singles. Häufig bevorzuge ich die emotionaleren Songs, während die anderen eher andere Favoriten haben.

Das ist inzwischen fast schon ein Running Gag geworden. Gerade diese unterschiedlichen Einflüsse sorgen aber dafür, dass Annisokay musikalisch so vielseitig klingt.

Wenn euch jemand über Social Media schreibt, beantwortet ihr die Nachrichten selbst?

Antwort:

Wir haben zwar Unterstützung bei der Erstellung unserer Instagram-Posts, aber alles, was auf unserem Account passiert, bekommen wir mit.

Wir schauen regelmäßig in die Nachrichten und beantworten so viel wie möglich selbst. Besonders interessieren uns die Story-Verlinkungen nach den Konzerten, Fotos und Videos der Fans.

Insgesamt würde ich sagen, dass wir auf unseren Social-Media-Kanälen sehr aktiv sind und den Kontakt zu den Leuten bewusst pflegen.